Entwässerung von
Fahrsiloanlagen
Eine funktionsfähige Entwässerung des Fahrsilos ist wichtig – für die Silagequalität, den Umweltschutz und die Gesundheit. Stehendes Sickerwasser bzw. Gärsaft im Silagehaufen kann zu unerwünschtem Gärverlauf, Schimmelbildung und Nährstoffverlusten führen.
Kennzahlen im Überblick
Entwässerung als Trennschachtsystem
6.3.3 Ausführungsmöglichkeiten der Entwässerung – Silagesickersaft, damit auch verunreinigtes Niederschlagswasser, ist in einem Silagesickersaftbehälter oder einem Jauche- bzw. Güllebehälter aufzufangen.
Getrennte Entwässerung nach Zustand
Um den Anfall großer Mengen verunreinigten Niederschlagswassers zu vermeiden, kann die Fläche der Siloanlage in Segmente oder Kammern unterteilt werden, die nacheinander befüllt bzw. geräumt und getrennt entwässert werden. Aufgrund dessen empfiehlt sich der Einbau von Trennschächten.
- Fahrsilo gefüllt, nicht in Entnahme: Sickersaft wird in Auffangbehälter abgeleitet
- Nach Entleerung & Reinigung: Niederschlagswasser wird getrennt abgeleitet und ordnungsgemäß beseitigt
- Produkte: Derzeit mehrere Trennschacht-Systeme mit DIBt-Zulassung am Markt
Rechtliche Eckdaten im Überblick
Gesetz zur Neuregelung des Wasserrechts (WHG) ab 1.03.2010, Verwaltungsvorschrift zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) und technische Regelwerke (DWA-A 792 TRwS). Individuelle Punkte sind zusätzlich mit dem Landkreis abzustimmen.
| Kriterium | Fahrsilo bis 1.000 m³ | Fahrsilo ab 1.000 m³ |
|---|---|---|
| Erweiterung oder Neubau | – | Anzeigepflichtig |
| Anzeigepflicht bei Kreisverwaltungsbehörde | nein | ja, mind. 6 Wochen vor Baubeginn |
| Überwachung und Abnahme durch Sachverständigen | nein | ja |
| Entwässerung, Rohre, Rinnen (Trenn-)Schächte | Ausführung nur von Fachfirma mit WHG-Zulassung | |
| Fugenabdichtung der Boden- und Wandfugen | Selbst möglich, nach Herstellervorschriften | Nur von Fachfirma mit WHG-Zulassung |
| Beschichtungen der Betonwände und des Betonbodens | Selbst möglich, nach Herstellervorschriften | Nur von Fachfirma mit WHG-Zulassung |
Hinweis: Dies ist eine Hilfestellung (Angaben ohne Gewähr; klären Sie dies bitte nochmals mit der zuständigen Behörde ab).
Betonboden oder Asphaltboden?
Betonboden
Hohe Tragfähigkeit und hoher Widerstand gegen chemische Belastung, Beton nach DIN geregelt. Relativ teuer, begrenzte Feldgröße (bewehrungsabhängig), in den Siloecken schlecht verdichtbar.
Asphaltboden
Meistens günstiger als Beton, fugenlos herstellbar. Empfindlich gegen mechanische Belastung, Beschichtung notwendig, Mischgut für Deckschicht muss DIBt-zugelassen sein; kann in Silos bis 1.000 m³ in Eigenleistung eingebracht werden.
Grundlagen & Planung
Die Entwässerungsauflagen richten sich nach der Füllgutklasse des Silierguts. UHRLE Produkte erfüllen beide Beanspruchungsstufen:
Beanspruchungsstufe A
Füllgutklasse 1 & 2aLuft- und wasserdichte Abdeckung des Fahrsilos nach Einbringen des Siliergutes, max. Höhe 3,00 m des Futterstocks, mind. 250 g Trockenmasse pro kg Frischmasse (25 % TS).
Beanspruchungsstufe B
Füllgutklasse 2b & 3Alle höheren Werte wie in Beanspruchungsstufe A beschrieben – zugelassen sind A-/AW-L- und I-Form der Firma UHRLE.
Gär-/Sickersaftbehälter
Bis 25 m³ ohne AnzeigeGär- und Sickersaftbehälter bis 25 m³ Volumen unterliegen bei Fahrsilos bis 1.000 m³ nicht der Bagatellgrenze – ab 1.000 m³ gelten strengere Vorschriften.
Entwässerung richtig planen
Nach TRwS 792 empfiehlt sich eine segmentierte, getrennt entwässerbare Siloflächenaufteilung:
„Sie planen die Entwässerung Ihrer Siloanlage? Wir beraten Sie gerne – vor Ort oder telefonisch.”
Sprechen Sie direkt mit unseren Agrarbau-Spezialisten in Ellwangen. Diese Hinweise sind eine Hilfestellung ohne Gewähr – klären Sie Details bitte zusätzlich mit der zuständigen Behörde ab.