Ihr Fahrsilo-Planer
von der Standortwahl bis zur sicheren Ernte
Diese Seite vertieft den Leistungszyklus von unserer Startseite: Silo-Konfigurator, gesetzliche Grundlagen, Dimensionierung, der komplette Bauablauf und bewährte Praxistipps zur Silagequalität – gesammelt an einem Ort, damit Sie Ihr Fahrsilo sicher planen können.
Der UHRLE Silo-Konfigurator.
Mit dem Silo-Konfigurator planen Sie Ihr Fahrsilo schnell und unkompliziert und senden Ihre Anfrage direkt an uns. Für eine optimale Übersicht ist der Konfigurator für die Nutzung am PC ausgelegt – gerade bei größeren Fahrsilos profitieren Sie von einer übersichtlichen Planung in 3D-, Drauf- oder Vorderansicht.
Der richtige Standort & gesetzliche Grundlagen
Hinweis: Dies ist eine Hilfestellung ohne Gewähr – klären Sie individuelle Punkte bitte mit der zuständigen Behörde ab.
Der richtige Standort
Die gesetzlichen Vorgaben schreiben Mindestabstände zu Gewässern sowie zu Brunnen und Quellen vor. Neben ausreichenden Rangierflächen (ca. 10 m an den Stirnseiten) und einer befestigten Zufahrt sollte der Standort in Stallnähe liegen – mit Reserve für spätere Erweiterungen. Die Entnahmeseite sollte möglichst außerhalb der Hauptwindrichtung liegen und wenig direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, um Futterverluste durch Witterungseinflüsse zu vermeiden. Eine nahegelegene Güllegrube erleichtert zusätzlich die Entwässerung.
Entwässerung der Fahrsiloanlage
TRwS 792Stehendes Sickerwasser bzw. Gärsaft beeinträchtigt die Silagequalität, Umweltschutz und Gesundheit. Laut TRwS 792 ist Silagesickersaft in einem Sickersaft- oder Güllebehälter aufzufangen; große Flächen lassen sich in separat entwässerbare Segmente unterteilen. Empfehlenswert ist der Einbau von Trennschächten mit DIBt-Zulassung.
Gesetzliche Regelungen
- WHG – Gesetz zur Neuregelung des Wasserrechts (seit 1.3.2010)
- AwSV – Verwaltungsvorschrift zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
- TRwS 792 – Technisches Regelwerk zu wassergefährdenden Stoffen
- Individuelle Punkte sind zusätzlich mit dem Landkreis abzustimmen
| bis 1.000 m³ | ab 1.000 m³ | |
|---|---|---|
| Anzeigepflicht Kreisverwaltungsbehörde | nein | ja – mind. 6 Wochen vorher |
| Überwachung & Abnahme durch Sachverständigen | nein | ja |
| Fugenabdichtung Boden-/Wandfugen | Eigenleistung möglich | nur Fachfirma mit WHG-Zulassung |
| Beschichtung Wände & Boden | Eigenleistung möglich | nur Fachfirma mit WHG-Zulassung |
Optimale Dimensionierung
Grassilage wird mit rund 4 kg TM/Kuh/Tag, Maissilage mit rund 8 kg TM/Kuh/Tag gefüttert. Entscheidend für die Siloabmessung sind Vorschub und Anschnittfläche: kleinere Flächen verlangen einen höheren täglichen Vorschub, um Nacherwärmung zu vermeiden. Das Rechenbeispiel rechts zeigt die komplette Herleitung für einen Betrieb mit 100 Kühen.
Ausführliche Berechnung ansehen ↓| Verdichtung Grassilage | 200 kg TM/m³ |
|---|---|
| Verdichtung Maissilage | 220 kg TM/m³ |
| Vorschub (kühle Jahreszeit) | min. 0,2 m/Tag (1,5 m/Woche) |
| Vorschub (warme Jahreszeit) | min. 0,35 m/Tag (2,5 m/Woche) |
| Anschnittfläche (kühl / warm) | 10 m² / 6 m² |
| Mindestbreite | ≥ 7 m (Abladen, Verteilen, Walzen) |
| Max. Lagerhöhe Grassilage | 1,4 m (kühl) / 0,9 m (warm) |
| Max. Schichtdicke | ≤ 30 cm je Lage |
Rechenbeispiel: Siloabmessungen für 100 Kühe
Grassilage – 4 kg TM/Kuh/Tag
200 kg TM/m³- Bedarf: 100 Kühe × 4 kg TM = 400 kg TM/Tag
- Volumen: 400 kg TM ÷ 200 kg TM/m³ = 2 m³/Tag
- Anschnittfläche kühl: 2 m³ ÷ 0,2 m Vorschub = 10 m²
- Anschnittfläche warm: 2 m³ ÷ 0,35 m Vorschub ≈ 6 m²
- Lagerhöhe kühl (bei 7 m Breite): 10 m² ÷ 7 m ≈ 1,4 m
- Lagerhöhe warm (bei 7 m Breite): 6 m² ÷ 7 m ≈ 0,9 m
Maissilage – 8 kg TM/Kuh/Tag
220 kg TM/m³- Bedarf: 100 Kühe × 8 kg TM = 800 kg TM/Tag
- Volumen: 800 kg TM ÷ 220 kg TM/m³ ≈ 3,7 m³/Tag
- Anschnittfläche kühl: 3,7 m³ ÷ 0,2 m Vorschub ≈ 18,5 m²
- Anschnittfläche warm: 3,7 m³ ÷ 0,35 m Vorschub ≈ 10,6 m²
- Lagerhöhe kühl (bei 10 m Breite): 18,5 m² ÷ 10 m ≈ 1,85 m
- Lagerhöhe warm (bei 7 m Breite): 10,6 m² ÷ 7 m ≈ 1,5 m
Vorschub = tägliche Verschiebung der Anschnittfläche (kühl min. 0,2 m/Tag, warm min. 0,35 m/Tag) – je kleiner die Anschnittfläche, desto höher muss der Vorschub sein, um Nacherwärmung zu vermeiden. Die Mindestbreite von 7 m ermöglicht ungehindertes Abladen, Verteilen und Festwalzen.
Der Bauablauf in 8 Schritten
Das Fundament spielt im wahrsten Sinne des Wortes eine tragende Rolle. Je nach Bodenart (nichtbindig: Sand, Kies – gut geeignet / bindig: Lehm, Ton – ungeeignet als Baugrund) unterscheidet sich die Vorbereitung des Untergrunds.
Ernte & Silagequalität
Der richtige Erntezeitpunkt entscheidet über die spätere Silagequalität – egal ob Gras- oder Maissilage. Die wichtigsten Praxistipps im Überblick.
Der erste Grasschnitt findet in der Regel Ende April bis Anfang Mai statt. Ein zu früher Schnitt führt zu geringem Ertrag, ein zu später Schnitt zu deutlichen Nährwertverlusten – der optimale Zeitpunkt ist entscheidend für die spätere Silagequalität.
Messer vor der Ernte auf Schärfe prüfen und korrekt einstellen. Eine Schnitthöhe von ca. 8 cm schont die Grasnarbe. Das Gras sollte gleichmäßig auf 30–38 % Trockenmasse angewelkt werden – mehrmaliges Wenden sorgt für gleichmäßige Trocknung.
Stumpfe Messer quetschen statt zu schneiden und verursachen Nährstoffverluste. Verunreinigungen wie Erde mindern die Qualität und werden schlechter angenommen. Am Nachmittag gemähtes Gras liefert dank höherem Zuckergehalt die schmackhafteste Silage.
Zu früh geernteter Mais ist zu nass (Nährstoffverluste, Fehlgärungen), zu spät geernteter zu trocken (schlechte Verdichtung, Schimmelrisiko). Optimal ist ein Trockenmassegehalt von ca. 30–35 %, überprüfbar mit einfachen Feldtests.
Geräte wie Silozange, Fräse oder Schaufel regelmäßig reinigen, um Hefen und Schimmel zu vermeiden. Lose Silagereste umgehend entfernen. Die Folienabdeckung regelmäßig kontrollieren und bei Beschädigungen sofort reparieren – jeder Lufteintritt mindert die Silagequalität.
Verschmutzte Reste und loses Material an der Anschnittfläche konsequent entfernen. Regen oder Schnee dürfen nicht eindringen, sonst werden Gärsäuren ausgewaschen. Sandsäcke an der Anschnittkante und eine Unterziehfolie bei Lage in der Hauptwindrichtung minimieren den Lufteintritt.
Gerade im Winter ist eine sorgfältige Entnahme entscheidend. Ein sauberer, glatter Schnitt reduziert Futterverluste und Schimmelrisiko. Tägliche Entnahme in kleinen Mengen sorgt für gleichbleibende Qualität und geringeren Pflegeaufwand.
Pflege & Lagerung
Auch nach dem Bau entscheidet die richtige Pflege über Futterqualität und Wirtschaftlichkeit Ihres Fahrsilos.
Darum UHRLE
Ein Fahrsilo ist weit mehr als nur Beton – es bildet die Grundlage für Qualität, Effizienz und Langlebigkeit in Ihrem Betrieb. Von der geprüften Statik über die technische Bearbeitung bis zur fachgerechten Montage erhalten Sie bei uns alles aus einer Hand.
Wir beraten Sie persönlich vor Ort, messen die Fertigteile exakt ein und montieren diese mit unserem eigenen Autokran. Ausgleich, Höhenausrichtung und Sicherung erfolgen dabei millimetergenau durch unser erfahrenes Montageteam.
„Sie planen ein Fahrsilo? Wir begleiten Sie von der ersten Skizze bis zur Ernte.”
Nutzen Sie den Silo-Konfigurator für Ihre individuelle Planung oder sprechen Sie direkt mit unseren Agrarbau-Spezialisten in Ellwangen.